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Fragen/Antworten...

 

In deinem Buch „Der Waise aus dem Abendland“ hört sich vieles noch etwas anders an, als das, was jetzt von dir zu hören ist, warum ?

Die wunderschönen spirituellen Texte, gemischt mit sehr viel persönlichem Erleben, sind von Claus geschrieben, dessen Persönlichkeitsstruktur geprägt ist, von seinen angeborenen Charakterzügen, seinen Konditionierungen, seinen Illusionen und seinen Lebenserfahrungen.

Claus erfährt immer wieder die Einheit mit der Schöpfung, betrachtet die Dinge aber im wesentlichen getrennt von der Quelle, von Gott. In den Visionen, die er durchleben darf, ist diese Gottes-Schau getränkt von einer unglaublichen Liebe und Einheit mit der ganzen Schöpfung. Aber Visionen sind Einmaligkeiten, vergehen wieder und haben noch nichts mit der Erfahrung von Erleuchtung zu tun. Claus kehrt immer wieder zu seinem „Ich“ zurück, welches in Wirklichkeit die Täuschung darstellt. Dieses Ich ist die Illusion, die es zu verstehen gilt.

Das Verstehen aber kann nur aus der Gnade geschehen.

Das Buch ist eine wundervolle Einsicht in die Gefühle eines mystischen Menschen, der Gott, die Quelle liebt, immer wieder mit ihr verschmilzt, aber noch nicht von seiner Persönlichkeit losgelassen wird.

 
Für mich war das Buch eine Aufarbeitung meiner Persönlichkeitsstruktur, um sie am Ende ganz liegen zu lassen und zu verlieren. Damit meine ich natürlich nur den Verlust der Identifikation mit dieser Persönlichkeit, das Leben geht für mich trotzdem genau so weiter wie bisher, oder auch nicht.

Meine Geschichte lässt sich wunderbar nachvollziehen in dem Text aus dem Buch von Ramesh Balsekar „Wen kümmert`s“!?


Getreu schickte der Schüler jeden Monat einen Bericht über seine Fortschritte an seinen Meister.

Nach dem ersten Monat schrieb er ihm: >>Ich fühle eine Erweiterung des Bewusstseins und erlebe die Einheit mit dem Universum.<< Der Meister warf einen kurzen Blick auf den Brief und warf ihn in den Papierkorb.

Einen Monat später schrieb er Folgendes: >>Ich habe schließlich erfasst, dass das Göttliche in allem wohnt.<< Der Meister schien enttäuscht.

Nach dem dritten Monat kamen diese enthusiastischen Worte des Schülers: >>Das Mysterium des Einen und der Vielen hat sich meinem staunenden Blick enthüllt.<< Der Meister schüttelte nur den Kopf und warf den Brief fort.

Im nächsten Brief stand: >>Niemand wird geboren, niemand lebt und niemand stirbt, denn das Selbst des Egos existiert gar nicht.<< Der Meister schlug vor Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammen.

Danach verging ein weiterer Monat, dann zwei, dann fünf und schließlich war ein volles Jahr ohne einen einzigen Brief vergangen. Dem Meister schien die Zeit gekommen, den Schüler an seine Pflicht zu erinnern, ihm über seinen spirituellen Fortschritt zu berichten.

Der Schüler antwortete: >>Wen kümmert`s?<<

Als der Meister diese Worte las, erschien ein Ausdruck großer Zufriedenheit auf seinem Gesicht.

Ich, Claus war der Schüler, der seinem Meister stolz von seinen spirituellen Fortschritten berichtete. Jetzt bin ich der Schüler, der antwortet: „Wen kümmert`s?“



Lebst du dann nur noch in den Tag hinein, das klingt doch ein wenig weltfremd?

Du kannst nichts tun, bedeutet nicht, dass du nichts mehr tust.
Du wirst weiterhin entsprechend deiner Programmierung durch das Leben wandeln und auch ich werde weiterhin entsprechend meinen Genen und Konditionierungen mein Leben gestalten, auch wenn ich nicht wirklich der Gestalter bin. Das darf aber nicht falsch verstanden werden, natürlich handle Ich und trage auch die Verantwortung für Mein Handeln, aber es gibt keinen Handelnden. Das kann nur verstanden werden, wenn Verstehen eingetreten ist.
Das kleine Ich versucht in diesen spirituellen Phasen gegen seine Persönlichkeitsstruktur anzukämpfen, um sich Bestätigung einzuholen, ein besserer Mensch geworden zu sein und Charakterzüge. die nicht mehr in dieses neue Leben zu passen scheinen, zu negieren. Du wirst bald einsehen, dass du keinen Erfolg haben wirst. Eher tritt das Gefühl ein, bald in der Psychiatrie zu landen. In der New Age oder auch Esoterikszene wird immer wieder auf die Bekämpfung und Ausschaltung des Egos hingewiesen, das kann jedoch nicht funktionieren. Gott oder die Quelle hat sich etwas gedacht dabei, als es dich mit diesen Eigenschaften ausgestattet hat. Wenn du dein Ego bekämpfst, bekämpfst du dich SELBST und du entfernst dich damit eher vom SELBST, vom "ABSOLUTEN", als EINS damit zu werden. Das darf nicht falsch verstanden werden, in Wirklichkeit warst du nie getrennt davon.

Mit dem Ego EINS zu sein, heißt, in der Gegenwärtigkeit zu leben. Dann bist du ganz bei Gott oder wie immer man diese Gnade nennen möchte.

Erleuchtung ist nicht davon abhängig, etwas am Ego zu verändern.

Es ist nur die Person (Claus), die etwas zu tun glaubt, die sich auflöst. Die vom Verstand geschaffene Person geht von Bord eines illusionären Schiffes und ist wieder da, wo sie immer war. Die Welle begreift sich wieder als Meer und nicht als Welle.


Gott oder die Quelle hat dich, mich genau so geschaffen, wie du oder ich sein sollen.
Wir sind perfekt, so wie wir sind. Alles ist gut, nichts muss hinzugefügt werden.
Gedanken an Wachstum und Fülle entstehen aus dem Irrglauben der Identifikation mit unserem Körper-Verstand-Organismus, der wir in Wahrheit nicht sind.
Dieser Irrglaube entsteht aus einer Trennung Ich-Gott/Quelle, aus der Illusion, dass es ein Ich gibt, welches eigenständig handeln könnte.
Aber es gibt nur „ein Bewusstsein“, das durch jeden Körper-Verstand-Organismus auf die vielfältigstes Art und Weise wirkt, das Gottes-Bewusstsein. Es gibt niemanden, der etwas tut oder handelt.
Alles entsteht aus dieser Quelle.

Und durch dieses Verstehen kann ich mich in meinem Leben in völliger Freiheit dem widmen, was in mein Leben drängt und brauche nicht über Schuld, Fehler der Vergangenheit oder sonstige Probleme nachzudenken. Ich kann mich zurücklehnen und werde so mehr und mehr zum Beobachter eines manchmal mehr und manchmal weniger aufregenden Lebens.



         Ereignisse tragen sich zu, Taten werden getan,
         doch es gibt kein Individuum, das Taten verrichtet.

                                                     Buddha



Aber was genau hat sich bei dir verändert?

Es ist jetzt absolute Klarheit da, die sich manchmal auch als Unklarheit zeigt.

Die Erkenntnis, dass es mich als Handelnden nicht gibt...Welle...Meer...sie verstehen?

Die Erkenntnis, dass Trennung durch die Illusion eines individuell Handelnden entsteht und wenn diese Trennung überwunden ist, immer Liebe da ist.

Die Erkenntnis, dass nichts verbessert werden muss.

Die Erkenntnis, dass alles gut ist, so wie es ist.

Die Erkenntnis, dass nichts getan werden muss, es wird getan. (mit dem Verstand nur sehr schwer zu greifen)

Die Erkenntnis, dass die phänomenale Welt der Erscheinungen nur eine Illusion ist, mit der die Quelle/Gott mit uns spielt.

Die Erkenntnis, dass wir nur Marionetten in diesem „Traumtheater Leben“ sind und geführt, manchmal auch vorgeführt werden.

Die Erkenntnis, dass Hingabe nichts anderes bedeutet, als alle Ereignisse im Leben als Bestimmung der Quelle demütig und staunend hinzunehmen, alles zu akzeptieren.

Die Erkenntnis, dass uns die Quelle/Gott solange in dem Glauben lässt, einen freien Willen zu besitzen, bis die Trennung überwunden ist.

Die Erkenntnis, dass es nichts gibt, außer Bewusstsein.

                 
„Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden.“

                                                                         John Lennon



                  Ist das alles die endgültige Wahrheit?

Die endgültige Wahrheit kann nicht in Worte gefasst werden.
Wir alle reden von Konzepten, nicht von der absoluten Wahrheit.

                          Was immer du weißt,
                          es ist nicht die Wahrheit.

                                      Sri Nisargadatta Maharaj



Was verstehst du eigentlich unter Erleuchtung und hattest du schon viel Kontakt mit Erleuchteten?

Erleuchtung ist ein etwas abgehobener Begriff, hat aber keineswegs mit Abgehobenheit zu tun.
Es bedeutet einzig und allein das Verstehen, dass es einen von der Quelle getrennt Handelnden nicht gibt, dass somit das Ich eine Illusion ist und diese Erkenntnis alles Trennende überwindet. Was bleibt, ist die Einheit, ist die Liebe.

Und wenn es kein Ich gibt, kann es auch niemanden geben, der erleuchtet werden kann.

Es gibt Erleuchtung, aber niemanden, der erleuchtet wird.

Alles geschieht aus der Gnade.

 

Muss ich spirituelle Übungen vollziehen, um mein Ego zu überwinden bzw. zu transzendieren?

Es kann einfach passieren, ohne irgendwelche spirituellen Vorgeschichten, es kann passieren trotz spirituell esoterischer Übungen und es kann passieren, weil man meditiert hat. Es muss nichts, aber alles kann...

Ramesh Balsekar bezeichnet das Ego auch als „göttliche Hypnose“.

Es geht nicht darum etwas los werden zu wollen oder etwas zu bekämpfen. Wenn du es bekämpfst, wird es sich dir noch stärker in den Weg stellen. Das Ego wird nicht Selbstmord begehen, Wenn dir bewusst wird, dass du gar nichts willentlich verändern kannst, wirst du dich über dein Ego (alles was du an individuellen Merkmalen in dieses Leben mitbekommen hast incl. der ständigen Konditionierungen) freuen, statt es zu bekämpfen. Oder du wirst viel über dich selbst lachen, was dir dein Ego auch verzeihen dürfte. Manchmal wirst du auch weinen, aber auch das solltest du nicht unterdrücken, sondern herauslassen, wann immer die Situationen dazu Anlass geben. Du wirst zum Beobachter deines Egos und wirst dich darüber amüsieren.
Und nach und nach wird sich dieses Ego mit dir paaren, bis ihr EINS seid und das Denken nicht mehr "dein Denken" ist, sondern nur noch Denken.
In einigen Fällen geschieht dieses Verlieren sehr plötzlich, was ich als „Weckruf“ bezeichne. Mir gefällt dieser Begriff von Satyam Nadeen.

Die Quelle hat dir die Illusion eines persönlichen Ich`s gegeben und nur die Quelle kann dir diese Illusion wieder nehmen. In Wahrheit hat es dieses Ich, das irgendetwas tut, nie gegeben. Du kannst nichts tun, außer dieser Wahrheit zu begegnen, wenn die Quelle/Gott den Zeitpunkt für gekommen hält.

Wenn Du aber meinst, das Beten, Meditieren, Yoga oder sonstige spirituelle Übungen dir helfen, dann solltest Du das tun. Aber auch das ist nur ein Geschehen, welches die Quelle durch deinen Körper-Geist-Mechanismus ablaufen lässt.
Spirituelle Praxis ist nichts, was getan wird, sie geschieht. Wie sie geschieht und ob sie überhaupt geschieht, spielt keine Rolle.


  Das Fehlen von Bindungen an Sinnes-Objekten ist Befreiung;
  Verlangen nach Sinnes-Objekten ist Unfreiheit.
  Verstehe diese Tatsache, und dann tu, was du willst.

                                             Ashtavakra Gita




In der Esoterik-Szene wird sehr viel über Reinkarnation und Karma gesprochen, möchtest du dazu etwas sagen?


Diese Begriffe sind einer spirituellen Weltanschauung zuzuordnen, die aus einem über Jahrhunderte gewachsenen esoterischem Denken entstand.
Es setzt die Illusion einer persönlichen Täterschaft voraus, die für alles was geschieht, in die Verantwortung gezogen wird. Dem Ego passt dies sehr gut ins Konzept, da es seine Hoffnung auf Besserung und Wiedergutmachung in einem anderen Leben aufrechterhält.
Das Karma-Konzept hält außerdem die Vorstellung von Bestrafung und Belohnung aufrecht.

Aber es gibt da niemanden, der bestraft oder belohnt wird.

Und es gibt auch nichts, was je falsch oder richtig war.
Gottes Wille wirkt überall jetzt und zu jeder Zeit, wer will da etwas anzweifeln?

Gott/Quelle gefällt sich in der Manifestation der Vielfältigkeiten und dieser Vielfalt und Täuschung ist auch die Idee des Karmagesetzes und der Reinkarnation zuzuschreiben.
Das ist eben das menschliche Dilemma.

Reinkarnation ist ein sozio-ökonomischer Trick, sagt Ramesh S. Balsekar.
                                                                                                    
Sehr gut ausgedacht, aber leider menschengemacht, vom Verstand inszeniert und von der Quelle belacht.

Diese Vorstellungen sind auf ein Gedankengebäude eines persönlichen Ich`s aufgebaut, welches uns von der Quelle trennt. Die Trennung kann nur durch den Einsturz solcher Konstrukte überwunden werden. Aber es ist ein Akt der Gnade, du kannst nichts tun.


                   „Wenn das Ich aufhört zu existieren,
                     erfährst du dich als DAS,
                     was du in Wirklichkeit bist!“

                                                 Claus



Gibt es bei dir jetzt nur noch absolute Glückseligkeit und wie stehst du zum Leid in der Welt?

Absolute Glückseligkeit würde ich dass nicht nennen, eher im reinen Frieden mit mir selbst zu sein. Was aber nicht bedeutet, dass das Leben nicht genauso mit diesen Auf und Abs wie bisher weiterläuft.
Aber die Involvierung fällt weg, es ist keine Identifikation mehr mit den Dingen da, die passieren. Was bleibt, ist die absolute Hingabe an jegliches gegenwärtige Geschehen.

„Dein Wille geschehe“

In dieser Erkenntnis lebend, breitet sich ein großer Frieden in mir aus.

Leid hat die gleiche Ursache, wie die Freude oder das, was wir im allgemeinen als Glücklichsein bezeichnen. Wir bemächtigen uns der Subjektivität des Absoluten. In dieser Illusion eines getrennten Ichs, welches Objekte beobachtet, bewerten wir die Dinge und teilen in Freud oder Leid ein.
Was folgt, ist ein gutes oder schlechtes Gefühl, welches uns die Richtigkeit dieser Bewertung bestätigt. Jedes Gefühl und jede Bewertung erfolgt durch das, was wir im Außen zu sehen glauben. Aber es ist nur eine Reaktion auf die Außenwelt und hat nicht wirklich etwas mit unserem Inneren zu tun.
All das, ob Gefühl oder Verstand unterliegt der Täuschung eines individuell vorhandenen Ich`s, welches so stark im Außen involviert ist, dass es sich damit vollständig identifiziert.
Und damit beginnt das Leiden. Es entsteht genauso, wie die Freude oder das Glück nur in unserer Persönlichkeitsstruktur, welche unseren Genen, unserer Konditionierung, unserer Herkunft und unserer  Lebensweise, ob sozial, materiell oder spirituell entsprechend reagiert.
Das heißt, wir reagieren nur auf den Ablauf eines Geschehens im Außen. Alles was du glaubst, zu sehen, ist lediglich ein Reflexion dieses Äußeren in deinem Gehirn.

Wir bemächtigen uns der Subjektivität des einen absoluten Subjekts, damit verlassen wir das eigentliche Paradies und trennen uns ab von Gott, von der Quelle.

Alles geschieht aus der Abspaltung unseres persönlichen Ich`s von dem universellen Bewusstsein. Wir glauben, uns dieses Grundstück, auf dem wir unser Luftschloss gebaut haben, selbst ausgesucht zu haben. Erst die Erkenntnis, dass Schloss und Grundstück in Wahrheit zusammen gehören, Eins sind und wir nicht wirklich die Erbauer sind, lässt die Freude und das Leid in den Hintergrund treten. Beides wird immer da sein, sich künftig für dich aber wesentlich anders definieren.

Freud und Leid entstehen aus dem falschen Verständnis eines persönlichen Ich`s, welches glaubt, die Dinge richtig oder falsch machen zu können und diese auch noch zu beurteilen und zu bewerten. Der Intellekt kann nur in abstrakten Begriffen denken und teilt, was im Wesen ungeteilt ist. Es ist der Intellekt, der die Grenzen in Freund oder Feind, in Freud oder Leid, in Glück oder Unglück absteckt. Und das Leben selbst kann nur in diesen Wechselspielen der Pole stattfinden, es gibt nicht das Eine ohne das Andere und doch ist in Wahrheit alles Eins.

                       Es gibt kein Richtig oder Falsch.
                       Es muss nichts verbessert werden.
                       Alles ist gut so, wie es ist.

Der eine freut sich, bei Greenpeace aktiv sein zu können, der andere lebt mit seinen Millionen lieber an der Cote d`Azur.
Bei dem Einen gefällt sich die Quelle in der Rolle des Friedensaktivisten und bei dem Anderen gefällt sie sich in der Rolle des Millionärs am Strand. Beide sind vollkommener Ausdruck einer Quelle, die die Vielfältigkeit über alles liebt.

Namaste, das Göttliche in mir erkennt und grüßt das Göttliche in dir, egal was immer du auch tust und wer immer du auch bist.

Alles ist gut, so wie es ist. Nichts ist besser oder schlechter, alles geschieht aus dem Verstehen heraus, dass es keinen individuell Handelnden gibt und somit alles gottgewollt ist.
Erst unser Ego, unser Verstand macht den Einen zum Weltverbesserer und den Anderen zum Unterdrücker der Armen.

Unser Verstand teilt ein und vermittelt uns dabei die Illusion, von der Quelle getrennt zu sein. Die Quelle kennt keine Unterscheidung in Freud oder Leid, in Gut oder Böse, in Glück oder Unglück.  Erst aus unserer intellektuellen Sicht entstehen diese Begriffe und daraus resultierend auch deren Geschehen.


Wenn die Quelle die „göttliche Hypnose“ wieder auflöst, werden diese Gegensätze als eins erkannt, wird Dissonanz zu Harmonie, Schlachten verwandelt sich in Tanz und Feinde werden zu Liebenden, sagt Ramesh Balsekar.

Nur dann, wenn die Akzeptanz durchdringt, dass alles aus einer Quelle kommt, egal was geschieht, werden wir unseren Seelenfrieden finden. Alles unterliegt der Absicht Gottes.

              „Leid existiert, aber keiner, der leidet.“

                                                               Buddha



Kein Weg, kein Ziel, was meinst du damit?


Wenn Gott oder die Quelle absolute Vollkommenheit in jeder manifesten Erscheinung sichtbar werden lässt, warum sollte sich jemand auf den Weg machen oder ein Ziel haben?

Wessen Weg, wessen Ziel?

Der, der sich auf den Weg zu einem Ziel macht, existiert nur unter dem Schein der göttlichen Hypnose. Wenn dieses unwirkliche Ich aus der Hypnose aufwacht, verschwindet sofort der Sucher und damit auch der Weg.

                  Setze dich einfach nur hin
                  Tue gar nichts. Ruhe dich nur aus
                  Denn deine Trennung von Gott
                  Ist die härteste Arbeit der Welt.
                  Lass mich dir Tabletts mit Speisen bringen
                  Und etwas
                  Dass du gerne trinkst.
                  Du kannst meine sanften Worte
                  Als ein Kissen benutzen
                  Für deinen Kopf.

                                          Hafis

Dieses illusorische Ich hat es vor deiner Manifestation in dieses Leben nicht gegeben und wird bei deinem Tod genauso schnell verschwinden, wie es gekommen ist. Von dem, was du glaubst zu sein und was du denkst, werden zu wollen, wird nichts übrig bleiben, als ein Häuflein Asche.

Du hast dir in dieser Zeit, was wir Leben nennen, ein Luftschloss gebaut, mit vielen Schlupfwinkeln und Wegen, welches mit deinem Tod wie ein Kartenhaus zusammenfällt.

Das Ich existiert nur in deiner Vorstellung und in dem Glauben, dass du über dein Leben selbst entscheiden kannst oder entschieden hättest.
Aber denke über deine Wege und Ziele nach, worüber hast du wirklich als Ich entschieden?
Hast du über deine Geburt entschieden, über deine Gene, deine Herkunft, über all das, was du glaubst, was dein Leben ausmacht? Hat dieses Ich davon etwas willentlich entschieden oder wurde für dich entschieden?

Geh der Frage nach, wer Du bist, das ist alles!

Die Quelle lässt dich in dem Glauben, dass du einen freien Willen hast, frei entscheiden kannst. Benutzen wir einmal für dieses Geschehen die wunderbaren Worte "Göttliche Hypnose". Aus dieser göttlichen Hypnose aufzuwachen und dieses Geschehen als Illusion zu enttarnen, kann nur als Gnade erkannt werden und bedarf keiner weiteren Worte.

"Alle Worte sind dem Unbefreiten nutzlos, da sie nur Vorstellungen erzeugen; alle Worte sind dem Befreiten nutzlos, da er sie nicht benötigt". (Shankara)

                      
Warum also Wege suchen und Ziele haben?

        Es gibt keinen Weg, nur Gehen.
        Es gibt kein Tun, nur Geschehen.
        Es gibt kein Ziel, nur Da-Sein.

                       Claus Maria Gohel

 


Haben wir einen freien Willen, mit dem wir unser Leben beeinflussen können?

Imm wieder die gleichen Fragen und immer wieder die gleichen Antworten. Wer ist es, der sich das Konzept mit dem freien Willen ausgedacht hat ?

Der Gedanke, ob wir einen freien Willen haben oder nicht, ist ein zentraler Aspekt im Konzept des spirituellen Lehrers Ramesh S. Balsekar.

Vor Jahren fragte mich eine Mitschülerin (...hallo Angelika..) in der Heilpraktikerschule nach dem freien Willen des Menschen. Obwohl ich schon einige Jahre auf den spirituellen Pfaden umherirrte, hatte ich mir darüber ehrlich gesagt, nie irgendwelche Gedanken gemacht. Und so wusste ich nicht wirklich eine gute Antwort darauf.

Ich praktizierte bhakti (Hingabe), meditierte und lebte ein Leben, das dem Leben eines Mönchs nicht unähnlich war. Für mich war Gott der Mittelpunkt und der Gedanke „dein Wille geschehe“ dauerhaft in mir präsent.
Aber andererseits hatte ich auch nie einen Zweifel daran, dass wir unser Leben nicht selbst beeinflussen könnten, zumindest Gutes tun können, um die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als wir sie betreten haben. Und diesen Anschauungen hechelte ich hinterher.
Das stand für mich außer Frage und nie zur Diskussion. Ich habe zwar viel gelesen, intellektuell diese Thematik aber nie wirklich hinterfragt.

Bis zu dem Zeitpunkt, als mich die Worte „kein freier Wille“, „alles vorbestimmt“, „alles läuft ab nach Programm“, „nichts außer Bewusstsein“, wie ein Blitzschlag trafen.

Das letzte Tor, das noch verschlossen schien, öffnete sich mir und dahinter war NICHTS mehr, war Klarheit, waren alle Nebelschleier verschwunden, nichts mehr da, außer dem reinen Bewusstsein, der Quelle, Gott. Etwas, was sich Claus nennt, verschwand im absoluten NICHTS, um wieder zu erscheinen in Einheit mit der Quelle, von der sich Claus immer getrennt sah. Es war nichts mehr von Claus da, schon gar kein freier Wille.

Durchleuchten wir diese Frage aber intellektuell. Du glaubst zwischen diesem und jenem wählen zu können. Du glaubst, eine Wahl zu haben und damit das Geschehen beeinflussen zu können. Aber was hast du damit erreicht und wie groß ist dein Einfluss wirklich? Warst du es, der deinen Partner gewählt hat? Warst du es, der die Trennung gewollt hat? Warst du es, der die Krankheit gesucht hat? Bist du es, der das totale Glück sucht und es nie finden wird? Wenn wir mit „du“ dein Ego meinen, dann stimmt es. Dann hast du über dein Leben entschieden und glaubst auch noch, die Verantwortung dafür übernehmen zu müssen. Damit beginnt dein Leiden und deine Suche nach dem Glück und dem Ende des Leidens.

Aber wer bist Du wirklich?

Es ist das Ego, das wählt. Die Illusion eines persönlichen „Ich`s“, das glaubt, alles in seiner Hand zu haben. Es ist die göttliche Hypnose, die nur von Gott wieder aufgelöst werden kann.
Je stärker das Ego, desto stärker der Glaube an einen freien Willen, der Glaube an deine Macht, an die Macht des Egos. Der Glaube an einen freien Willen ist gekoppelt mit der Stärke deines Egos.

Du unterliegst der Illusion eines persönlichen „Ich`s“ und dein scheinbar so wichtiger freier Wille ist nichts anderes als das Ergebnis der Summe deiner Gene, deiner Konditionierung, deines Charakters und was sonst noch so wichtig für dein Ego zu sein scheint.

Versuchst du einmal, dein Leben mehr wie ein Außenstehender nur zu beobachten, wirst du sehr bald erkennen, dass Dinge geschehen, auf die du nicht wirklich einen Einfluss hast.
Und den scheinbar freien Willen benutzt dein Ego, um sich selbst die Illusion zu erhalten, der Handelnde zu sein.

Fällt das Ego in sich zusammen, tritt allein Gottes Wille in den Vordergrund und bhakti (Hingabe) und jnani (Wissen) werden Eins. Alles ist Bewusstsein, ist Gott, kein persönliches Ich mehr, kein Wille außer Gottes Wille geschehe.

Wir sind nicht mehr als Marionetten Gottes, des reinen Bewusstseins, in einem Theater, das wir Leben nennen. Wir spielen unsere uns zugedachten Rollen zu Ende, ohne wirklich einen Einfluss auf das Drehbuch gehabt zu haben.
Wir gehen ins Kino und unterliegen der Illusion, dass das Geschehen in diesem Moment abläuft, doch in Wirklichkeit sind die Handlungen längst abgedreht.

Spielt man diese Gedanken zu Ende, ergibt sich daraus ein Leben ohne Schuldgefühle, ohne schlechtes Gewissen, ohne Hass, ohne Stolz, weil es nicht wirklich jemanden gibt, der etwas tut. Alles ist gut, so wie es ist.

"Hirnis" werden das wieder nicht verstehen, weil ihnen der Intellekt suggeriert, mit diesem Konzept könnte man alles entschuldigen, was geschieht. Mörder, Kinderschänder, Vergewaltiger usw...Liebe "Hirnis", das schaut für euch nur so aus. Wenn diese Erkenntnis voll eingeschlagen hat, dann siegt die Liebe über den Mörder und Kinderschänder. Diese Grausamkeiten werden nicht mehr eintreten, denn es sind Grausamkeiten, die aus der Trennung (Welle/Meer) entstanden sind.

Der Gedanke, dass es keinen freien Willen gibt, ist aber auch nur eine Vorstellung und nicht die absolute Wahrheit. Aber es ist ein Konzept, welches uns in Frieden leben lässt.
Während die Vorstellung eines freien Willens Schuldgefühle, Frustration und auch Trennung und Bewertung nach sich zieht.


Es gibt nichts, außer Bewusstsein

Die einzige Wahrheit ist ICH BIN, ich existiere.

 


 
 
 
Wenn das Ich aufhört zu existieren,
erfährst du dich als DAS,
was du wirklich bist!

                    Claus