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Weckruf...

 

                         „Erleuchtung kann nicht geschehen,
                           solange es einen Suchenden gibt.“
                       
          „Erleuchtung geschieht, wenn Gott die Hypnose auflöst,
                                die Er geschaffen hat.“

     „Erleuchtung bedeutet die vollständige Auslöschung des Gefühls
                         selbst der Handelnde zu sein.“

                                                      
Ramesh S. Balsekar


Mein Weckruf kam von Ramesh Balsekar, durch ihn ist mir in einem einzigen Augenblick eine beinahe lebenslange Suche weggebrochen. Die Suche bricht weg, weil das Ego weg bricht.
Und wenn es keinen Sucher mehr gibt, löst sich auch die Suche auf.

Es geschah ganz einfach, ohne jedes Zutun, ohne jegliche Anstrengung, plötzlich war da nur noch Verstehen. Na ja, ich war Gott sei Dank allein in diesem Moment, sonst hätten sie mich wahrscheinlich in die Psychiatrie eingewiesen. Ich musste hellauf, laut und unkontrolliert loslachen, so befreit und einfach kam mir der Moment vor. Ich tanzte durch die Wohnung, mein Verstand schien sich völlig ausgeklinkt zu haben, es gab keine Erklärung, es gab nur Befreiung.

Aber Befreiung heißt auch Desillusionierung von Dingen, ohne die man glaubt, nicht leben zu können. Es tritt eine totale Leere ein, das künstliche Gerüst, vom Ego ein Leben lang aufrechterhalten, bricht unter den Füßen zusammen. All das Wissen, das ich in den vielen Jahren über Spiritualität und Esoterik gesammelt hatte, verlor auf einen Schlag seinen Wert. Da ist plötzlich nichts mehr, was man tun könnte. Und das ist die Freiheit, die wir eigentlich nicht wollen, weil uns unser Ego, unser Verstand ständig Beschäftigung suggeriert, damit wir uns immer wieder unsere Wertigkeit beweisen können. Eine Wertigkeit, die aber immer da ist und für die nichts getan werden muss. Unser Wert liegt in unserem SEIN, sagt Meister Eckhart.



Was aber war der Auslöser für meinen Weckruf ?


Es kann eigentlich nicht erklärt werden, ich will es trotzdem versuchen. Zufällig hatte ich bei google vom Tod eines gewissen Ramesh Balsekar gelesen, den ich bis dahin nicht kannte. Neugierig wie ich immer bin, habe ich mich sofort mit seinen Lehren befasst. Es waren nur zwei, drei Sätze, dann kam schon der Moment der Erlösung. 

Erwachen hat für Ramesh sehr viel mit Mitgefühl zu tun, was sich auch in meinem Buch lesen lässt. Oder sein Respekt vor dem unschuldigen Bewusstsein der Kinder, die vieles leben, was wir versuchen, mit unserem Willen zu erreichen und dabei der Illusion eines persönlichen „Ich`s“ unterliegen. Auch das habe ich in meinem Buch beschrieben und nicht zuletzt die gemeinsame Liebe zum Taoismus, welche sich bei Ramesh in den Studien des Tao te King, das Laotse zugeschrieben wird und in den Versen von Chuang Tzu wiederspiegelt. Ramesh zitierte immer wieder auch Meister Eckhart und erzählte gerne Sufi-Geschichten.                                                                                                        All das zusammen, mag dazu geführt haben, dass es "klick" gemacht hat.
 
Der Tod von Ramesh S. Balsekar brachte mich wieder dahin zurück, von wo ich einst aufgebrochen bin.

In ein Leben völliger Klarheit, ohne Verstrickungen und Involvierung in den täglichen Dingen, die meist so belastend für uns sein können und das Leiden erst verursachen.

Die Dinge ändern sich deswegen nicht. Aber es kommt nichts hinzu und es bleibt nichts weg, es wird angenommen und gelebt, was jetzt ist. That`s all...

„Alles was ist, ist Bewusstsein“, „Es gibt keinen freien Willen“, „Es gibt keinen Handelnden, keinen Suchenden“.

Alles Worte, die mir intellektuell (Ego) bewusst waren, Ramesh aber zertrümmerte endgültig alle Vorstellungen und Illusionen über mich.
Aber es ist alles ein Akt der Gnade, man kann nichts tun. Wenn`s kommt, dann kommt`s, wenn nicht, dann nicht.

Und wo habe ich nicht überall gesucht und was habe ich nicht alles versucht? Und was ist in all den Jahren passiert? Du wirst dich als Sucher wahrscheinlich in vielem wiederfinden.

Ich habe in den letzten 15 Jahren über 500 Bücher gelesen und weiß jetzt, dass ich nichts weiß.
Die Aura habe ich nach den vielen Seminaren immer noch nicht gesehen, die Gelähmten waren nach Tagen geistigen Heilens immer noch gelähmt und die Jenseitigen hielten ihre Stimme vor mir verborgen.
Das dritte Auge blieb zu, die Kundalini unten, die Chakren nicht alle offen und in der Meditation blieb es dunkel, kein Lichtobjekte, keine Heiligen vor meinem geistigen Auge, kein Leben als Jesus vor dieser Inkarnation.
Ich fühlte mich meist mies, schäbig und als spiritueller Versager. Und das alles nach über 15 jähriger spiritueller Suche. Einer Suche nach dem Außergewöhnlichen in mir, nach der besonderen Gabe. Wo waren für mich die Wunder, die ich den Menschen vorführen konnte? Diese neue entstandene New Age- oder Esoterikbewegung führt uns zu dem irrsinnigen Ehrgeiz, etwas Besonderes werden zu wollen.

Und jetzt für alle, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und immer noch suchen.

Es ist alles ein kosmischer Witz, die Quelle oder Gott spielt sich mit uns und hat Spaß dabei, während wir leiden.

Es geschehen Wunder, aber keiner da, der sie tätigt.
Es ist die Aura sichtbar, aber keiner, der sie sieht.
Es geschehen Heilungen, aber keiner da, der heilt.
Es gibt sie vielleicht, die geistige Welt, aber keinen, der je da war.
Es gibt sie vielleicht, die früheren Leben, aber keinen, der sie je gelebt hat.

Es gibt nur das universelle Bewusstsein, es erschafft die Illusion von der Welt und deren Vielfältigkeiten. In Wahrheit aber ist alles Eins, alles Bewusstsein aus ein und derselben Quelle.

Alles unterliegt der Gnade.

Es gibt keine Heiler, es gibt nur Heilung.
Es gibt keine Erleuchteten, es gibt nur Erleuchtung und die ist überall gegenwärtig.
Es gibt keine Inkarnation, wer soll den inkarnieren?

All diese Illusionen bauen auf ein Ich auf, auf eine Persönlichkeitsstruktur, die nur eine Erscheinung im Bewusstsein ist.

All jene Sucher, suchen mit ihrem Ego aus einem Mangel heraus, nach etwas mehr Fülle in ihrem Leben. Es wird davon ausgegangen, dass etwas nicht stimmt oder verbessert werden müsste. Man glaubt, erst zufrieden sein zu können, wenn das Fehlende gefunden bzw. der Mangel beseitigt ist.

Aber Leute, das ist doch genau der Trugschluss, das menschliche Dilemma.
Es gibt nichts und wo nichts ist, kann auch nichts fehlen, wie Ramesh Balsekar so schön sagt.


Alles ist gut, so wie es ist!
Du bist perfekt, so wie du bist!
Die Suche ist der Illusion geschuldet, dass es ein Ich gibt.
Es gibt nichts zu verbessern, Gott oder die Quelle hat alles so geschaffen, wie es sein soll.
Sein Wille geschieht jetzt und zu jeder Zeit. Du musst nichts tun, es wird für dich getan.
Lasse es einfach geschehen, es geschieht so und so, du kannst nichts tun!

Für alle "Hirnis"...das heißt noch lange nicht, dass nichts getan wird. Es geschieht, was geschehen soll und es wird getan, was getan werden soll. Es ist nur kein kleines verdammtes aufgeblähtes ich dazwischen, welches illusionäre Konstrukte aus dem jetzigen Geschehen zu gestalten versucht.

Es ist nur das , was jetzt ist, ob sich ein kleines ich einmischt oder nicht, kümmert das Leben wenig!

Solange dein Ego der Spielführer in deinem Spiel ist, solange bist du auf der Suche.
Dein Ego wird immer auf der Suche sein, es ist dessen Spiel.
Diese Suche wird dich immer weiter weg von Gott führen, das ist das menschliche Dilemma, wie es Satyam Nadeen formuliert. Aber du kannst nichts tun, außer Verstehen und Erkennen und dem Ablauf der Totalität als Zeuge beiwohnen und dich hingeben.

 
                          „Erleuchtung bedeutet
   vollkommene Aufhebung des Gefühls von Getrenntsein.“


                                                          
Ramesh S. Balsekar

                                      
                                           

                                                        

 

 

                                       

 


 
 
 
Oh, mein Freund, mein Geliebter,
ich bin auf die Suche nach mir selbst gegangen,
aber etwas Seltsames ist geschehen. Anstatt mich selbst zu finden,
bin ich verschwunden –
genau wie ein Trautropfen,
der im Ozean verschwindet.“

                                     Kabir